<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><TEI xmlns:tei="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Friedrich II., König von Preußen an Wilhelmine von Brandenburg-Bayreuth, 1755-03-25, [Potsdam]</title><author><persName>Friedrich II., König von Preußen</persName></author><respStmt><resp ref="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/trl.html">Translator</resp><name>Günter Berger</name><name>Cornelia Klettke</name><name>Rashid Sascha Pegah</name><name>Franziska Windt</name><name>Cordula Wöbbeking</name></respStmt><respStmt><resp ref="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/dtm.html">Data Manager</resp><name>Fabian Cremer</name><name>Marcel Riedel</name><name>Tobias Tenhaef</name></respStmt><funder>Research Center Sanssouci (RECS)</funder></titleStmt><editionStmt><edition>Digital critical commented edition</edition><respStmt><resp ref="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/edt.html">Editor</resp><name>Rashid Sascha Pegah</name><name>Yvonne Rehhahn</name><name>Franziska Windt</name></respStmt><respStmt><resp ref="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/mrk.html">Markup Editor</resp><name>Yvonne Rehhahn</name></respStmt><respStmt><resp ref="http://id.loc.gov/vocabulary/relators/dtm.html">Data Manager</resp><name>Fabian Cremer</name><name>Marcel Riedel</name><name>Tobias Tenhaef</name></respStmt><funder>Research Center Sanssouci (RECS)</funder></editionStmt><publicationStmt><publisher><orgName role="host">perspectivia.net</orgName><email>redaktion@perspectivia.net</email><address><addrLine>Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im
                        Ausland, Rheinallee 6, D-53173 Bonn</addrLine></address></publisher><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/"><p>CC-BY 4.0</p></licence></availability><idno type="URLWeb">https://quellen.perspectivia.net/de/wilhelmine/136_tl</idno><idno type="URLXML">http://durl.maxweberstiftung.de/quellen/wb/tei/WB-136-1755-03-25-TEI.xml</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl>GStA PK, BPH, Rep. 47 König Friedrich II., Nr. 305, Bd. 10, fol. 72r-72v.</bibl></sourceDesc></fileDesc><endcodingDesc><editorialDecl><p>The letters were transcribed in their original spelling. In order to improve the readability of the texts, editorial additions were made. In some cases, a normalized orthography was inserted and abbreviations resolved. TEi Tags used: addition, correction, deletion, expansion, gap, lb, note, pb, sup, supplied.</p></editorialDecl></endcodingDesc></teiHeader><text><body><p>(<supplied>[o. O. ]</supplied><add>[Potsdam ]</add>25. März 1755</p><p>Meine teuerste Schwester. <lb/>Ich habe soeben Ihren Brief empfangen, datiert in Avignon, den 28. Februar<note>[ 1755]</note>, und ich danke Ihnen, meine teure Schwester, für den Brief aus Herculaneum, den Sie die Güte hatten, mir zu übermitteln. Ich bin weit entfernt davon, Ihnen aus diesem Lande ebenso erzählenswerte Neuigkeiten geben zu können wie jene, die Sie die Güte haben, mir mitzuteilen. Die große Neuigkeit aus Potsdam ist die Wunde, die der Marquis d’Argens sich am Finger zufügte, als er in eine Kutsche einstieg. Er trägt deswegen den Arm in einer Schlinge, wie der verstorbene Saint-Hippolyte, dessen Sie sich vielleicht erinnern werden. Voilà, meine teure Schwester, die Zeitung aus Potsdam. Jene aus Berlin kündigt die Oper „Ezio“ an, zum Geburtstag unserer teuren Mutter. Aber die Feiertage haben sie das Abhalten ihres Festes bis auf den ersten April <note>[1755 ]</note>aufschieben lassen. Darüber hinaus fragen Sie mich nichts anderes, meine teure Schwester, als <note>[nach ]</note>dem Extrakt meiner Lektüren und nach einiger armseliger Musik, die ich mache. Ich bin allein mit d’Argens, der die meiste Zeit in seinem Bett sein Lager aufgeschlagen hat. Und Algarotti hat sich still und leise aus dem Staub gemacht. Maupertuis ist krank und Voltaire ist in der Schweiz mit Mandrin. Dies beschränkt mich mehr als je zuvor auf mich selbst. Ich umarme Sie tausendmal, mein Herz begleitet Sie überall. Und ich schätze mich nur glücklich, wenn ich das Glück habe, Sie persönlich von der unendlichen Zuneigung zu überzeugen, mit welcher ich bin,</p><p>Meine teuerste Schwester,<lb/>Ihr getreuester Bruder und Diener</p><p>Friedrich.)</p></body></text></TEI>